Am Samstag war erst einmal ausschlafen und chillen angesagt. Erst abends ging es wieder los in die Stadt, wo wir zum Einklang in einem kleinen indischen Restaurant etwas gegessen haben. An dem Abend habe ich zum ersten Mal seit zwei Wochen wieder Fleisch gegessen. So lange hat es gedauert, bis sich mein Magen wieder komplett beruhigt hat. Hier gibt es aber so viele leckere vegetarische Gerichte, dass mir der Verzicht nicht schwer gefallen war. Nach dem Essen ging es dann in eine verwinkelte kleine Bar, die über drei Stockwerke verteilt ist. Dort haben wir uns für die Party, zu der es anschließend ging, warmgetrunken. Die Party wurde von ein paar Norwegern in ihrer Wohnung geschmissen. Die Wohnung war ganz schick, aber die Lage war noch viel besser: ziemlich zentral hinter einem der teuersten Hotels Bangalores (Leela Palace) gelegen. Das Publikum auf solchen Parties könnte internationaler nicht sein, Inder sind meistens eine Minderheit. Das liegt allerdings auch daran, dass diese Parties über einen Emailverteiler publik gemacht werden, in dem hauptsächlich die ganzen Praktikanten in Bangalore zu finden sind. Scheinbar haben aber auch viele Inder eine andere Vorstellung von Party. Ich hoffe, dass ich mal die Gelegenheit habe, auf eine indische Party zu gehen.
Am Samstag habe ich mich Mittags mit vier Leuten in der Stadt getroffen, um ein wenig Sightseeing zu machen. Zuerst sind wir in den Cubbon Park gegangen. Das ist ein relativ kleiner Stadtpark, der eigentlich nicht viel zu bieten hat. Anschließend haben wir uns das Parlamentsgebäude angeschaut, was ich allerdings schon gesehen hatte. Vor dem Gebäude verläuft eine vierspurige Straße, in der in der Mitte ein Grünstreifen angelegt ist. Auf dem Grünstreifen steht ein Schild mit folgender Aufschrift: "No photography on the lawns!" Wahrscheinlich genau aus diesem Grund stehen überall auf dem Mittelstreifen Leute mit Kameras, um Fotos zu machen. Eigentlich kann man nämlich genausogut von einer der beiden Straßenseiten die Gebäude fotografieren. Ich hatte übrigens an dem Tag meine Kamera vergessen, aber ich werde demnächst ein paar Fotos von Alex hochladen.
Nach diesem anstrengenden ;-) Programm mussten wir uns ersteinmal in einem edlen chinesischen Restaurant an einem Buffet stärken. Dort haben wir uns den Bauch so vollgeschlagen, dass wir uns fast nicht mehr bewegen konnten. Trotzdem haben wir uns noch aufgerafft, den Bangalore Palace zu besuchen. Ich hatte den allerdings auch schon gesehen. Zu fünft in einer Rikscha ging es dann wieder zurück in die Stadt, wo wir zum Abschluß noch einen Kaffee getrunken haben.
Seit diesem Wochenende habe ich auch eine neue Mitbewohnerin: eine schätzungsweise 45-jährige Amerikanerin indischer Abstammung. Sie ist aber nicht sehr kontaktfreudig. Nach drei Tagen habe ich sie das erste Mal gesehen, da sie sich immer in ihrem Zimmer einschließt. Sie bleibt auch während meines ganzen Aufenthalts hier wohnen. Das ist praktisch, da man meistens Inder als Mitbewohner hat, die nur zwei Wochen bleiben. Und einige von denen haben die unangenehme Angewohnheit, ununterbrochen bei einer wahnsinnigen Lautstärke fernzusehen.
Nächste Woche Dienstag ist hier in Indien ein Feiertag. Diese Gelegenheit packen Alex und ich natürlich am Schopf, machen Montag frei und fliegen für vier Tage nach Pondicherry an der Ostküste Indiens. Dort lassen wir es uns bei Sonne, Strand und Meer gut gehen. Leider sind wir bisher nur zu zweit, da die Planung erst seit gestern steht. Wir gehen aber davon aus, dass wir genug Leute vor Ort treffen werden.
Nächste Woche arbeite ich nur zwei Tage, da es am Freitag Morgen schon wieder mit der ganzen SAP Mobile Abteilung auf einen Wochenendausflug ins Rangers Camp geht. Natürlich kostenlos! Das ist vor allem eine super Gelegenheit, um die Kollegen besser kennenzulernen. Allerdings muss ich bis Mittwoch Mittag einen ersten Prototypen für mein Projekt fertig haben. Daher muss ich die nächsten Tage ranklotzen.
Die Beste Nachricht ist allerdings, dass Julia dieses Jahr aus irgendeinem Grund Weihnachtsferien hat, so dass sie mich zusammen mit meinem Vater über Weihnachten und Silvester besuchen kommt. Jetzt muss ich nur noch herausfinden, wo man die Feiertage in Indien am Besten verbringt.
Dienstag, 25. September 2007
Der Rest der letzten Woche und was die nächsten Wochen kommt
Posted by Nico Peters at 18:26
