Nach einer kurzen drei-Tage-Woche ging es schon wieder in ein anderes Land. Diesmal allerdings Richtung Osten nach Thailand. Allerdings war bis kurz vor dem Flug noch gar nicht klar, ob wir überhaupt fliegen. Am Montag haben wir eine Email von Nokair bekommen, dass der Hinflug am Donnerstag gestrichen wurde. Sie haben uns einen Ausweichtermin am Mittwoch Morgen gegeben, was natürlich nicht ging, weil wir ja alle arbeiten mussten. Daraufhin haben wir angefragt, ob wir einen Flug am Freitag bekommen könnten. Die Antwort ließ dann bis Mittwoch Mittag auf sich warten, aber dann hieß es, dass fünf Tickets für Freitag Morgen bereit lägen. Zwei Stunden später kam aber eine erneute Email, dass die Tickets doch nicht mehr verfügbar wären. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir uns schon damit abgefunden, dass die Reise ins Wasser fällt. Um vier Uhr nachmittags kam dann allerdings noch eine weitere Email, dass wir doch am Donnerstag fliegen könnten. Nokair hat uns Tickets bei Thai Airways reserviert. Später um sieben Uhr haben wir auch endlich erfahren, wie spät wir fliegen - um 0:30Uhr. Dann hieß es schnell Koffer packen, in die Stadt fahren, um die Tickets zu bekommen und etwas zu essen und dann ab zum Flughafen.
Mit 1 1/2 Stunden Verspätung sind dann Melanie, Steffen, Alex und ich in den Flieger gestiegen. Leider konnte Sven, der eigentliche Reiseorganisator, nicht mehr mit, weil er davon ausgegangen war, dass das mit dem Flug nix mehr wird und sich einen Geschäftstermin auf Freitag gelegt hatte. Sven ist nämlich ein Bangkok-Kenner und es wäre bestimmt sehr interessant gewesen, mit ihm die Stadt und das Nachtleben zu erkunden.
Früh morgens kamen wir dann in Bangkok an und haben uns von einem Taxi zu einem Hotel bringen lassen, das uns von einem Freund empfohlen wurde. Und das war ein wirklich guter Tip. Das D&D Hotel liegt in einer sehr belebten Straße im Touristenviertel, mit vielen Shops, Straßenständen, Restaurants und Bars. Ein Doppelzimmer kostet nur ca. 15€ pro Nacht inklusive Frühstück und die Zimmer sind wesentlich besser als die Gästehäuser, in denen wir in Indien gehaust haben. Das Hotel ist recht groß und hat auf dem Dach im siebten Stock einen Swimmingpool, ein Massage-Zentrum und ein Beauty-Center.
Das Wochenende wurde von uns zum Shopping- und Wellness-Wochenende auserkoren. Wir haben uns täglich massieren lassen, auch wenn das nicht immer entspannend war. Eine Thai-Massage kann ganz schön weh tun, wenn z. B. die Masseuse ihren Ellenbogen genau an die Stelle im Oberschenkel drückt, wo man sonst jemanden ein Eisbein verpasst. Trotzdem haben wir die Prozedur zwei Mal über uns ergehen lassen, denn wir waren ja schließlich ich Thailand. Dazu kam dann noch eine Pediküre, eine Maniküre und eine Gesichtsbehandlung. Eine Stunde massieren kostet auch nur schlappe 6 bis 10€.
Daneben fanden wir auch noch viel Zeit zum Shoppen und in der Hinsicht ist Thailand ein Paradies. Man bekommt Kopien aller Markenklamotten, auch von guter Qualität. Ich habe Schuhe, T-Shirts, eine Jeans, ein Handy und und und eingekauft. Zusätzlich haben wir uns alle bei einem Schneider einen Maßanzug fertigen lassen.
Der Anzug ist aus puren Kaschmir und sogar mein Name ist in die Innenseite des Jacketts gestickt. Für den Anzug, zwei maßgeschneiderte Hemden und eine Krawatte habe ich ca. 170€ gezahlt. Und ich muss zugeben, dass so ein Anzug schon besser aussieht, als einer von der Stange. Auch kann ich jederzeit online weitere Anzüge bei dem Shop bestellen und mir zuschicken lassen.
Am Samstag Abend sind wir in unserem neuen Dress losgegangen und man wird gleich ganz anders behandelt, wenn man nicht so zerstört aussieht, wie wir auf unseren Indientrips immer aussahen. Wir haben in einem Restaurant im 82. Stock des höchsten Gebäudes in Bangkok gegessen und später hat der Wachmann uns sogar noch auf die schon lange geschlossene Aussichtsplattform gelassen.
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten haben wir natürlich auch besucht, z. B. den großen Palast und einige religiöse Stätten.
Wir haben den Ausflug sehr genossen, weil Bangkok wesentlich weniger chaotisch und dreckig ist als Bangalore. Trotz der mehr als doppelt so vielen Einwohner kam uns die Stadt fast schon kleinstädtisch vor. Auf den Straßen in Bangalore drängen sich viel mehr Fahrzeuge und Menschen. Die Straßen und Bürgersteige sind in einem Topzustand und auch die Rikschas sind wesentlich bequemer und schneller als in Indien. Am dritten Tag haben wir allerdings herausgefunden, dass es in Bangkok billiger ist, mit dem Taxi zu fahren. Selbst nachts um zwei bekommt man noch ein Taxi, das einem für den normalen Meter-Preis nach Hause bringt (mit "Meter" ist der Streckenzähler gemeint). In Bangalore bekommt man als Weißer nicht einmal tagsüber eine Rikscha, die einem zum normalen Preis fährt. Und wenn sich eine Rikscha auf den Meter einlässt, dann ist der zu 90% manipuliert.
Daneben hatten wir aber einige Vorteile, dass wir aus Indien kamen. Zum Einen war der Flug sehr billig und zum Anderen konnten wir alles essen, was man an den Straßenständen kaufen konnte, obwohl jeder Reiseführer dringend davon abrät. Unsere Mägen sind aber schon gut abgehärtet.
Eigentlich wollte ich auch fritierte Heuschrecken und gegrillte Vogelspinne probieren, aber leider haben wir so etwas nicht gefunden.
Nach den beiden Reisen Dubai und Bangkok bin ich aber erst einmal für den Rest des Monats bankrott. Daher bleibe ich die nächsten Wochenenden mal in Bangalore.
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