Der zweite Teil hat lange auf sich warten lassen, aber ich hatte einfach keine Zeit, weil das letzte Wochenende wieder ein langes war und wir auch wieder unterwegs waren. Aber mehr dazu in meinem nächsten Eintrag.
Am Samstag Vormittag sind Alex und ich nach Gold Souq gefahren. Das ist (glaube ich) der älteste Stadtteil von Dubai, wo man "normale" Gebäude und viele kleine Geschäfte findet. Dort sind wir ein wenig herumgeschlendert und haben uns einen arabischen Dress gekauft.
Mittags ging es dann mit einem Boot auf die andere Flussseite zu einem netten Lokal direkt am Fluss.
Nach einer kleinen Stärkung haben wir uns dann auf dem Weg in Richtung Downtown Dubai gemacht, einem Stadtteil, der nur aus Wolkenkratzern besteht. Es war allerdings gar nicht so einfach, einen Bus zu finden, der auch dorthin fährt. Nach einem kleinen Umweg über einen Bushof kamen wir endlich dort an. Und das ist wirklich sehr beeindruckend.
Dicht an dicht stehen die Wolkenkratzer entlang eines 12 spurigen Highways. Und an dem einen Ende des Viertels findet man die Baustelle des Burj Dubai, dem höchsten Gebäude der Welt ("Burj" heißt übersetzt "Turm").
Schon jetzt lässt das Bauwerk die anderen 300 Meter hohen Wolkenkratzer winzig erscheinen, doch noch fehlen eine ganze Menge Stockwerke. So genau wurde bisher nicht verraten, wie hoch das Gebäude wird und wie viele Stockwerke es haben wird. Wahrscheinlich wird es aber wohl über 800 Meter hoch werden mit über 150 Stockwerken.
Wir haben bei mehreren Wolkenkratzern versucht hineinzukommen, um von einem der höchsten Stockwerke aus Fotos machen zu können. Es gibt aber kein einziges Gebäude mit einer Besucherplattform. Aber wir wussten uns zu helfen. Direkt gegenüber der Burj-Dubai-Baustelle stand ein 15 Stockwerke hohes, altes Wohngebäude. Der Wachmann war wohl gerade auf dem Klo, so dass wir einfach mit dem Fahrstuhl in das oberste Stockwerk fahren konnten. Dort sind wir dann noch eine weitere Treppe hoch gestiegen und fanden uns plötzlich auf dem Dach wieder. Von dort aus hatte man einen wunderbaren Blick auf die Baustelle und die umliegenden Gebäude.
Anschließend sind wir zur Mall of the Emirates gefahren. Das ist eine riesige Mall, die sich zusammen mit einem Kempinski-Hotel und der Ski Dubai Ski-Halle in einem riesigen Gebäudekomplex befindet. Die Mall ist riesig und man findet neben Designer-Boutiquen auch "normale" Geschäfte wie H&M. Auch eine Fast-Food-Oase, wie man sie in vielen amerikanischen Malls oder auch im CentrO in Oberhausen findet, gehört zur Mall.
Zudem konnte man einen Blick in die Ski-Halle werfen. Die komplett in schwarz verhüllten muslimischen Frauen, die durch den Schnee liefen, gaben ein ungewohntes Bild ab. Auf -3° Celsius wird die Halle heruntergekühlt und das in einem Wüstenstaat. Aber auch in dem Wild Wadi Wasserpark wird das Wasser heruntergekühlt.
Profitabilität scheint für die Investoren wohl ein zweitrangiges Kriterium zu sein. Zum Beispiel muss das Burj Al Arab 60 Jahre lang komplett ausgebucht sein, bis die Kosten kompensiert sind.
Jeder kennt natürlich die in Einkaufszentren auf den Gängen stehenden Stände, wo einem von Süßigkeiten bis Versicherungen alles mögliche angeboten wird. Hier in Dubai werden an diesen Ständen aber keine billigen Waren angeboten, sondern größtenteils Grundstücke und Wohnungen, die bei ca. 1.000.000€ anfangen. Panasonic hatte auch einen Stand, aber auch hier wurde mit einem 2 1/2 Meter Plasmafernseher für 50.000€ ordentlich geklotzt.
Für den Sonntag Morgen haben wir dann noch eine geführte Tour durch Dubai gebucht. Zu viert (inklusive dem Guide) ging es in einem Jeep durch die Stadt. Neben einem kurzen Besuch im Museum Dubai ging es an den Strand, der sehr schön ist. Nur Strandbars findet man hier nicht.
Weiter ging es zur Palmeninsel und Marina City. Die Palmeninsel ist viel größer als ich sie mir vorgestellt habe. Die Gebäude sind schon ziemlich groß und bestimmt setzen die auch noch ein paar Wolkenkratzer darauf. Marina City ist ein Stadtviertel aus bestimmt hundert Wolkenkratzern. Die meisten Gebäude befinden sich noch im Bau, aber schon jetzt kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Wo es noch im Jahr 2000 nichts anderes als Sand gab, ragen jetzt zig riesige Gebäude aus dem mit Wasserwegen durchzogenen Boden. Man fragt sich nur, wer in den ganzen Gebäuden wohnen und arbeiten soll, wenn innerhalb so kurzer Zeit zig tausende m² Wohn- und Bürofläche entsteht. Aber die Scheichs bauen halt, weil sie es können!
Auf dem Rückweg hatten wir noch fünf Stunden Aufenthalt in Bahrain, wo wir uns eigentlich auch noch kurz ein jahrtausendealtes Fort ansehen wollten. Aber der Zoll hat uns nicht aus dem Flughafen gelassen, so dass wir die Zeit in den Duty-Free-Shops totschlagen mussten. Montags morgens um 6 Uhr landete dann der Flieger in Bangalore. Nach einer Dusche im Gästehaus ging es dann direkt ins Büro. Das war zwar hart, aber wer nicht arbeitet, der kann auch keinen Urlaub machen. Außerdem war es nur eine drei Tage Woche :-)
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